Ich sehe was, was du nicht siehst – Oder: Die Erschaffung der Bürokratie
Freitag, August 13th, 2010
Am Anfang waren die Menschen wüst und leer. Irgendwann krochen sie alle aus den Löchern dieser Erde und reckten sich gen Sonne. Eine Spezies war jedoch geboren, ihr Wesen allein zu ewiger Finsternis verdammt. Als die Menschen um die Plätze an der Sonne kämpften und sie auch langsam alle besetzt hatten, waren die Bürokraten immer noch damit beschäftigt zu diskutieren, welches Formular sie für einen Antrag zum Platz an der Sonne ausfüllen mussten. So blieben sie ewig auf einem Auge blind.
Mit diesem Schicksal geschlagen, zogen sie sich in ihre Büro-Höhlen zurück und schmiedeten Pläne, die anhand von Unstimmigkeiten nie zur Ausführung kommen sollten, erfanden irrwitzige Formulare, um sich wenigstens ein bisschen Freude in einer trostlosen Umgebung zu schaffen, und fingen an Bandansagen für Hotlines zu entwerfen um ihr volles kreatives Potential auszuschöpfen.
Irgendeine Macht im Universum muss mit den Bürokraten solch ein Mitleid gehabt haben, dass sie ihnen zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen wollte. Sie sollten also die Geschicke der Menschen verwalten. Zu Beginn lief das noch ganz gut, doch dann wurden die Bürokraten von ihrem Sein überwältigt. Sie zwangen die Menschen ebenfalls die irrwitzigen Formulare auszufüllen und sich ihre kunstvollen Bandansagen anzuhören. Die Bürokraten konnten die Unmut der Menschen über solch spaßige Beschäftigungen gar nicht nachvollziehen und so wuchs die Kluft.
Das Schlimmste aber war, da die Bürokraten auf einem Auge blind waren, sahen sie nie, was neben ihnen passierte und so kam es, dass der eine nicht wusste, was der andere tat… So nahm das Elend, das wir alle kennen, seinen Lauf. Und wenn sie nicht verwaltet wurden, verwalten sie noch heute…
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