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bitte haben sie noch etwas Geduld – ein Erfahrungsbericht

Dienstag, Mai 18th, 2010

(Gastbeitrag von draingirl) Ich habe einen Fehler gemacht. Als ich meinen Telefon und Internetanbieter wechseln wollte, wollte ich erstens meine Rufnummer mitnehmen, hatte den Vertrag aber schon gekündigt (was man laut Angabe des Anbieters auf keinen Fall machen soll) und wollte den Anschluss von meinem ehemaligen Mitbewohner übernehmen. Nun ja, da ich dann doch bemerkt habe, dass man eben nicht vorher kündigen, sondern das alles dem neuen Anbieter überlassen soll, habe ich mich zur Sicherheit telefonisch bei 1&1 informiert.

Nachdem ich mich durch ein Menü gequält hatte, das zur Hälfte aus Tastatureingaben und zur anderen Hälfte aus Sprachbefehlen, die nicht immer erkannt werden besteht lande ich natürlich für die nächsten 10 Minuten in der Warteschleife. Dann erfahre ich, alles kein Problem, wir müssen nur eine Willenserklärung zur Übernahme des Telefonanschlusses schicken, von beiden unterschrieben, dann bekämen sie auch nicht mehr die Meldung, der Anschlussinhaber sei falsch. Gut.

Es vergeht eine geraume Zeit und ich beschließe mich noch einmal zu informieren. Also rufe ich wieder bei 1&1 an. Jaa…sie bekämen die Meldung von Vodafone, der Anschlussinhaber sei falsch. Ich gebe zu bedenken, dass man das doch alles schon per Willenserklärung gelöst habe. Hmm..ach ja..der Name stimmt hier noch nicht, das muss erst im System angeglichen werden. Gut, warum hat man das nicht schon Früher gemacht? Also wird wieder eine mail generiert, die an Vodafone rausgeht. Es vergeht wieder einige Zeit. Ich bekomme einen Brief von 1&1, es tue ihnen leid, dass es etwas länger dauert, da die Nachfrage in meinem Gebiet so hoch ist. Wiederum telefoniere ich mit 1&1.
Hmmm…ja..also wir haben eine negative Rückmeldung von Vodafone, ja, da müssen wir noch einmal eine mail generieren. Sind sie denn der Anschlussinhaber?
Ich erkläre ihnen, dass es nicht daran liegen kann, dass der Anschlussinhaber falsch ist, denn das habe ich ja per Willenserklärung ausreichend geklärt. An diesem Tag telefoniere ich mehrmals zwischen Vodafone und 1&1 hin und her und merke zwischendurch mal bei letzterem Unternehmen an, dass es vielleicht klüger wäre, sich nicht immer nur auf das System zu verlassen, das automatisch mails generiert, denn wenn ein System mit einem anderen System kommuniziert und sie sich denn fehlerhaften Ping Pong Ball zuspielen, kann das ewig so weitergehen, ohne dass eine Lösung gefunden wird. Ausserdem finde ich es bemerkenswert, dass man mir als Grund für die Verzögerung die hohe Nachfrage nennt, wenn es doch einen ganz anderen Grund hat und dass ich in Zukunft gerne besser informiert würde.

Nun gut. Vodafone hat mir inzwischen den Anschlusstermin mitgeteilt, doch bei 1&1 hat sich noch nichts getan. Auch bei Vodafone ist man mir nicht besonders behilflich. Man kann mir keine Bestätigung der Anschlussübernahme und Mitnahme der Rufnummer zukommen lassen, denn die hätte ich gern um 1&1 zu beweisen, dass es rein theoretisch kein Problem geben dürfte.

Ich habe noch etwas Geduld, denn das wird mir bei jedem einzelnen Anruf geraten, und fahre erst einmal zu meinen Eltern nach Hause in der Annahme, dass jetzt, da alles klar ist, der Schaltungstermin auch schon bekannt, es eigentlich keine Probleme mehr geben dürfte. Genau an besagtem Schaltungstermin ruft mich mein Mitbewohner an. Von seinem Handy, denn Telefon sowie Internet sind abgestellt. Wunderbar, ich darf wieder mit meinen Freunden von 1&1 reden. Inzwischen fühle ich mich schon fast wie ein Stammkunde und wir müssten uns eigentlich wie gute Bekannte begrüßen, das wird aber nie passieren, da jedes Mal ein anderer Mitarbeiter mit mir spricht, der nicht mit dem Fall vertraut ist.

Ein paar meiner Nerven später kommt heraus, dass es da wohl einen Systemfehler gibt, sie wüssten nicht genau wo das Problem liegt und wann sie es beheben können, ich solle einfach noch ein wenig Geduld haben. Drei Wochen später bin ich so entnervt, dass ich die Dame am Telefon bitte, mir einfach irgendeine Nummer zu geben, wenn das mit der Rufnummernmitnahme nicht hinhauen will. Daraufhin erst hakt sie nochmal bei der Technik nach und, oh Wunder, eine Rufnummer, die es nicht mehr gibt (das Telefon war ja schon 3 Wochen tot), kann man auch nicht portieren. Ich müsse einen neuen Vertrag abschließen, das koste dann 24,95 einmalige Anschlussgebühr.
-Nein nein nein, ich hatte ein Sparangebot gebucht, bei dem die Anschlussgebühr entfällt.
Ja, aber da der Vertrag nicht zustande kommt, denn sie hatten ja eine Portierung der Rufnummer bestellt, haben sie keinen Anspruch mehr auf dieses Sparangebot.
-(An dieser Stelle bin ich etwas laut geworden, ich wäre noch lauter geworden, hätten mir die Worte nicht gefehlt)
Gut, lassen sie uns wissen, ob sie Interesse an einem neuen Vertrag haben.
Ich ließ sie am nächsten Tag wissen, dass es sich ausgeeinsundeinst hat. Sie lassen mich im Gegenzug wissen, dass ich den Vertrag, der nach ihrer Aussage nicht zustande kommt, stornieren muss.

Am gleichen Tag hab ich das Paket bei Unity Media bestellt. Ein paar Tage später war alles installiert, anfängliche Probleme wurden schnell behoben und das Netz war schnell wie nie. Kurz darauf stand ein Techniker vor der Tür, der einen Anschluss für meinen ehemaligen Mitbewohner installieren wollte.Von welchem Auftraggeber, da hat er keine Ahnung, vielleicht Vodafone oder 1&1. Daraufhin habe ich doch den nicht vorhandenen Vertrag storniert.



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Ich kaufe eine Brille im Internet

Freitag, Mai 14th, 2010

Eine weibliche Stimmen quäkt einem ins Ohr:

  • Hallo, Brille42, was kann ich für Sie tun? Interessieren Sie sich vielleicht für das neue Modell „Bad Oldenburg“, das jedes Gesicht schöner macht oder vielleicht für das Modell „Oberwildwedel“ mit doppeltverspiegelten Dreifachgläsern und Spannweitenverstärker oder
  • Hallo, also eigentlich…
  • Ach, Sie suchen mehr nach etwas eigentlichem, da haben wir etliche essentielle Angebote, die Sie wahrscheinlich waaaahnsinnig interessieren werden. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Modell „Capri trifft auf Niederockestätt“ mit…
  • Nein, ich habe bereits einen Brille bei Ihnen gekauft, ich wollte…
  • Ach, Sie wollen ein zusätzliches Sicherheitsmodell, falls Sie das aktuelle Modell verlieren oder vielleicht gefällt Ihnen auch die Sonnenbrille „Marbella in Hinterblokenburg“ mit…
  • Nein, ich brauche keine andere Brille, ich habe ein Problem mit meiner bestellten, die ich hier in den Händen halte!
  • Was?! Das kann doch gar nicht sein! Um welches Modell handelt es sich denn?
  • Das weiß ich jetzt nicht, das ist auch eigentlich total egal, denn…
  • Also, ist es mehr ein eigentliches Modell. Wie kann man nur so wenig wert auf das Modell legen?! Das Modell macht doch erst die Brille aus! Sie verstehen überhaupt nichts von Ihrem Handwerk!
  • Wieso von meinem Handwerk, deswegen rufe ich Sie doch an, weil Sie die angeblichen Experten sind!
  • Ja, das ist aber nett, dass Sie das bemerken, ja, wir sind die Experten… Kommen wir also wieder zu Ihrem Modell „Eigentlich“.
  • Ich bin mir sicher, dass es nicht das Modell „Eigentlich“ ist!
  • Was nun, können Sie sich nicht entscheiden?!
  • Es geht darum, dass Sie meine Gläser wohl falsch geschliffen haben! Ich habe auf Ihrer deutschen Seite eine Brille bestellt, die nach 14 Tagen bei mir sein sollte. Lange habe ich nichts von Ihnen gehört und dann bekomme ich nach einem Monat eine E-Mail aus Hongkong mit der Nachricht, dass ein Paket an mich unterwegs ist.
  • Ja, und? So ist das eben bei uns. Haben Sie etwas gegen unsere chinesischen Freunde! Also, hätten wir gewusst, dass Sie ein Rassist sind, hätten wir keine Brille und erst recht nicht das Modell „Eigentlich“ an Sie verkauft!
  • Ich bin doch kein Rassist! Ich wollte lediglich sagen, dass ich nicht wusste, dass meine Brille in China hergestellt wird und doch etwas überrascht darüber war. Zumal ich das Paket auch Tage nach meiner E-Mail nicht hatte und dann eine Nachricht vom Zoll im Briefkasten hatte, dass mein Paket dort am anderen Ende der Stadt abzuholen sei.
  • Und wo ist Ihr Problem mit dem Modell „Eigentlich“? Sie haben es doch!
  • Es ist nicht das Modell „Eigentlich“! Das gibt es doch gar nicht! Und das Problem ist auch nicht das Modell, sondern die Gläser, die sind falsch und ich sehe nur verschwommen.
  • Dann sind wohl Ihre Augen falsch! (Legt auf…)


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